Künstliche Intelligenz wird operativ relevant
Ein zentrales Thema im Jahr 2026 ist der Übergang von Pilotprojekten zur produktiven Nutzung künstlicher Intelligenz. Viele Institute haben erste Erfahrungen gesammelt. Nun geht es darum, echte Mehrwerte im Tagesgeschäft zu schaffen.
KI wird in Schweizer Banken vor allem in diesen Bereichen eingesetzt:
- Automatisierte Bearbeitung von Dokumenten
- Unterstützung im Kundenservice durch digitale Assistenten
- Erkennung ungewöhnlicher Transaktionen
- Effizientere Compliance Prozesse
- Wissenssuche für Mitarbeitende
- Personalisierung von Angeboten und Inhalten
Entscheidend ist dabei nicht die Technologie allein, sondern ihre Integration in bestehende Abläufe. Nur wenn KI sicher, nachvollziehbar und wirtschaftlich eingesetzt wird, entsteht nachhaltiger Nutzen. Genau hier sind CIOs und CTOs gefragt. Sie müssen Innovation mit Governance verbinden.
Alte Systeme bremsen neue Ideen
Trotz hoher Investitionen kämpfen viele Banken weiterhin mit historisch gewachsenen IT Landschaften. Kernsysteme wurden über Jahre erweitert, angepasst und mit zusätzlichen Lösungen ergänzt. Das führt oft zu komplexen Abhängigkeiten, langen Release Zyklen und hohen Betriebskosten.
Die Folgen sind spürbar:
- Langsame Einführung neuer Funktionen
- Hoher Wartungsaufwand
- Erschwerte Datennutzung
- Medienbrüche in Prozessen
- Höheres Risiko bei Änderungen
Modernisierung ist daher kein optionales IT Projekt mehr, sondern eine strategische Managementaufgabe. Erfolgreiche Institute setzen auf modulare Architekturen, standardisierte Schnittstellen und schrittweise Transformation statt riskanter Komplettablösungen.
Cloud und Plattformdenken gewinnen an Bedeutung
Ein weiterer Trend ist die stärkere Nutzung cloudnaher Modelle und skalierbarer Plattformen. Gerade bei Analysefunktionen, Entwicklungsumgebungen oder kollaborativen Tools bieten moderne Betriebsmodelle klare Vorteile. Sie erhöhen die Flexibilität, verkürzen Bereitstellungszeiten und erleichtern Innovation.
In der Schweiz spielen dabei regulatorische Anforderungen eine besonders wichtige Rolle. Datenschutz, Standortfragen und Auslagerungsrichtlinien müssen sauber berücksichtigt werden. Wer diese Themen professionell steuert, kann Geschwindigkeit und Compliance verbinden.
Plattformdenken bedeutet zudem, Technologie nicht mehr als isolierte Anwendung zu sehen, sondern als wiederverwendbare Grundlage für neue Services. Das reduziert Doppelarbeit und schafft Skaleneffekte.
Cybersecurity wird Chefsache
Mit zunehmender Digitalisierung steigt auch die Relevanz der Cyberabwehr. Banken gehören weltweit zu den attraktivsten Zielen für Angriffe. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Schutzmechanismen, Resilienz und Krisenmanagement.
Moderne Sicherheitsstrategien umfassen heute weit mehr als Firewalls oder klassische Zugriffsrechte. Wichtig sind unter anderem:
- Zero Trust Konzepte
- Kontinuierliche Überwachung
- Multi Faktor Authentifizierung
- Security by Design
- Schnelle Reaktionsprozesse
- Schulung der Mitarbeitenden
Für Führungskräfte bedeutet das: Cybersecurity ist kein Randthema der IT mehr. Es ist Teil der Unternehmenssteuerung und direkt mit Reputation, Kundentreue und regulatorischer Stabilität verbunden.
Die Rolle von CIO und CTO verändert sich grundlegend
In vielen Banken wurde die IT Leitung früher primär an Verfügbarkeit und Kosten gemessen. Heute sind die Erwartungen deutlich breiter. CIOs und CTOs sollen Innovation beschleunigen, Daten nutzbar machen, Talente entwickeln und neue Geschäftsmodelle ermöglichen.
Fünf Fähigkeiten sind besonders gefragt:
Strategische Orientierung
Technologie muss auf Unternehmensziele einzahlen und messbaren Wert schaffen.
Geschäftsverständnis
Erfolgreiche Technologiechefs verstehen Markt, Kundenbedürfnisse und Ertragslogik.
Führungsstärke
Transformation gelingt nur, wenn Menschen mitgenommen werden.
Datenkompetenz
