Infomaniak überträgt Kontrolle an Stiftung und informiert Kunden direkt per E-Mail
Infomaniak überträgt die Mehrheit der Stimmrechte an eine Schweizer Stiftung und informiert Kunden persönlich per E-Mail über den Schritt zur langfristigen Sicherung von digitaler Souveränität und Unabhängigkeit.
Der Schweizer Cloud-Anbieter Infomaniak hat eine grundlegende Veränderung seiner Eigentümerstruktur angekündigt. Unternehmensgründer und Chief Strategy Officer Boris Siegenthaler informierte Kunden am Mittwochmorgen persönlich per direkter E-Mail darüber, dass die Kontrolle über das Unternehmen künftig nicht mehr bei ihm persönlich liegt, sondern bei einer neu gegründeten Schweizer Stiftung.
In der Nachricht mit dem Titel „An (important) message from Infomaniak’s founder“ erklärte Siegenthaler, dass die sogenannte Infomaniak Foundation neu die Mehrheit der Stimmrechte hält. Diese erfolgen laut Mitteilung über spezielle Aktien, die nicht übertragen werden können. Ziel sei es, die langfristige Unabhängigkeit, Mission und strategische Ausrichtung des Unternehmens dauerhaft zu sichern. :contentReference[oaicite:0]{index=0}
Die direkte Kommunikation an Kunden fällt besonders auf. Statt die Veränderung ausschliesslich über Medien oder Investorenkanäle zu kommunizieren, wandte sich der Gründer unmittelbar an die Nutzer des Unternehmens. In seiner Mitteilung betonte er mehrfach Themen wie Vertrauen, Datenschutz, Nachhaltigkeit, lokale Verankerung und digitale Souveränität.
Infomaniak begründet Schritt mit wachsender Bedeutung von Daten
Laut Boris Siegenthaler habe das Vertrauen der Kunden im Zeitalter künstlicher Intelligenz eine neue strategische Bedeutung erhalten. Immer mehr Unternehmen und Privatpersonen würden Infomaniak geschäftskritische Daten, Websites, E-Mails und digitale Prozesse anvertrauen. Dieses Vertrauen dürfe deshalb nicht länger nur vom guten Willen einzelner Personen abhängig sein. :contentReference[oaicite:1]{index=1}
Wörtlich erklärte er in der E-Mail, dass die bisherigen Werte von Infomaniak künftig strukturell abgesichert würden. Dazu zählen laut Unternehmen insbesondere Datenschutz, Nachhaltigkeit, Schweizer Unabhängigkeit sowie langfristige Stabilität.
Die Stiftung verfolgt gemäss Mitteilung zwei Hauptziele. Einerseits soll sie als Referenzaktionärin die Unabhängigkeit und Kontinuität von Infomaniak sichern. Andererseits unterstützt sie Projekte in Bereichen wie digitale Souveränität, Bildung, Umwelt, Biodiversität, ethische Technologie und Energiewende. :contentReference[oaicite:2]{index=2}
Operative Führung bleibt unverändert
Nach Angaben des Unternehmens ändert sich an der operativen Leitung von Infomaniak nichts. CEO Marc Oehler, CFO Céline Morey und Boris Siegenthaler bleiben weiterhin Teil der bestehenden Unternehmensführung. Die Stiftung soll laut Unternehmen keine operativen oder kommerziellen Entscheidungen treffen. :contentReference[oaicite:3]{index=3}
Die neue Struktur soll vielmehr verhindern, dass zukünftige Investoren oder externe Interessengruppen die strategische DNA des Unternehmens verändern können.
In seiner Nachricht an Kunden schrieb Boris Siegenthaler zudem, dass kein heutiger oder zukünftiger Investor die Mission oder Unabhängigkeit von Infomaniak verändern könne. Gleichzeitig erklärte er, dass die neue Struktur weiteres Wachstum ermöglichen solle, ohne die bestehenden Werte des Unternehmens zu gefährden. :contentReference[oaicite:4]{index=4}
Digitale Souveränität gewinnt für Unternehmen an Bedeutung
Die Ankündigung erfolgt in einer Phase, in der digitale Souveränität und europäische Cloud-Strategien zunehmend an Bedeutung gewinnen. Viele Unternehmen hinterfragen derzeit ihre Abhängigkeiten von internationalen Technologieplattformen und globalen Cloud-Anbietern.
Besonders durch den rasanten Ausbau künstlicher Intelligenz, steigende Datenmengen und geopolitische Spannungen rücken Fragen rund um Datenschutz, Datenkontrolle und Infrastrukturstandorte stärker in den Fokus von CIOs und CTOs.
In seiner Mitteilung verweist Boris Siegenthaler ausdrücklich darauf, dass ein grosser Teil europäischer Daten heute bei wenigen internationalen Technologieunternehmen liege. Zudem erwähnte er aktuelle Entwicklungen, bei denen Institutionen plötzlich den Zugriff auf digitale Dienste verloren hätten. :contentReference[oaicite:5]{index=5}
Diese Diskussion betrifft inzwischen nicht mehr nur Behörden oder hochregulierte Branchen. Auch mittelständische Unternehmen und internationale Konzerne prüfen zunehmend, wie sie ihre digitale Infrastruktur langfristig absichern können.
Infomaniak baut europäische Position weiter aus
Infomaniak gehört seit Jahren zu den bekanntesten unabhängigen Cloud- und Hosting-Anbietern der Schweiz. Das Unternehmen betreibt seine Infrastruktur ausschliesslich in der Schweiz und positioniert sich klar mit Fokus auf Datenschutz, Nachhaltigkeit und europäische Werte.
Zusätzlich verweist das Unternehmen auf mehrere Zertifizierungen und Standards, darunter ISO 27001, ISO 9001, ISO 14001 und ISO 50001.
In den vergangenen Jahren investierte Infomaniak kontinuierlich in Hosting-, Cloud-, E-Mail-, Streaming- und Kollaborationslösungen. Parallel dazu gewinnen Themen wie AI-Infrastruktur, nachhaltige Rechenzentren und energieeffiziente Cloud-Dienste zunehmend an Bedeutung.
Auch auf Milobor.com Technologieentscheidungen 2027 wird deutlich, wie stark Unternehmen heute digitale Resilienz, Datenkontrolle und strategische Technologieentscheidungen priorisieren.
Signalwirkung für den europäischen Cloud-Markt
Die neue Eigentümerstruktur von Infomaniak dürfte auch ausserhalb der Schweiz Aufmerksamkeit erzeugen. Viele europäische Technologieunternehmen stehen derzeit vor ähnlichen Herausforderungen: Wachstum finanzieren, Innovation beschleunigen und gleichzeitig langfristige Unabhängigkeit sichern.
Mit der Übertragung der Stimmrechtsmehrheit an eine Stiftung setzt Infomaniak nun ein klares Signal für strukturelle Stabilität und langfristige Absicherung zentraler Unternehmenswerte.
Gerade für CIOs, CTOs und digitale Entscheider gewinnen Themen wie Governance, Standortstrategie, Datenschutz und strategische Kontrolle zunehmend an Bedeutung. Die Entscheidung von Infomaniak zeigt, dass diese Fragen inzwischen nicht mehr nur technische Aspekte betreffen, sondern Teil langfristiger Unternehmensstrategien geworden sind.
Weiterführende Quellen:
- Offizielle Webseite von Infomaniak
- IT Reseller Bericht zur Infomaniak Foundation
- Milobor CIO-/CTO-Newsportal
- Technologieentscheidungen 2027