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IT als Werttreiber

Wie sich die IT von 2027 bis 2035 entwickeln wird

Warum 2027 bis 2035 entscheidend werden

Die Diskussion über die Rolle der IT wird sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Lange galt sie in vielen Unternehmen als notwendige Infrastruktur. Systeme mussten laufen, Support musste funktionieren und Risiken mussten kontrolliert werden. Dieses Verständnis reicht jedoch nicht mehr aus. Zwischen 2027 und 2035 wird sich entscheiden, welche Unternehmen wachsen, welche effizient arbeiten und welche im Wettbewerb zurückfallen. Der zentrale Faktor dabei ist die Fähigkeit, IT als echten Werttreiber zu nutzen. Dabei geht es nicht um mehr Technologie um ihrer selbst willen, sondern um messbare Wirkung auf Produktivität, Wachstum und Kundenerlebnis.

2027

Ab 2027 wird in vielen Branchen sichtbar, dass klassische Optimierungsprogramme an Grenzen stossen. Prozesse wurden bereits gestrafft, Kosten mehrfach überprüft und Strukturen angepasst. Zusätzliche Effizienzgewinne entstehen dann nicht mehr primär durch Sparmassnahmen, sondern durch intelligentere Abläufe. Unternehmen mit moderner IT werden schneller auf Marktveränderungen reagieren können. Neue Produkte lassen sich rascher einführen, Kundenanliegen effizienter bearbeiten und interne Entscheidungen fundierter treffen. Firmen mit veralteten Systemlandschaften werden dagegen langsamer, komplexer und teurer arbeiten. Für Geschäftsleitungen und Verwaltungsräte wird damit klar: IT ist nicht nur ein Betriebsfaktor, sondern ein direkter Hebel für Wettbewerbsfähigkeit. Der Begriff Werttreiber erhält ab diesem Zeitpunkt eine sehr konkrete Bedeutung.

2028 bis 2029

Zwischen 2028 und 2029 wird Geschwindigkeit zu einem der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Märkte reagieren dynamischer, Kunden wechseln schneller den Anbieter und Erwartungen steigen kontinuierlich. Unternehmen müssen Produkte, Services und Prozesse laufend anpassen. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen digital reifen Organisationen und traditionellen Strukturen. Wer Daten in Echtzeit nutzen kann, erkennt Veränderungen früher. Wer Systeme sauber integriert hat, setzt Neuerungen schneller um. Wer Automatisierung gezielt einsetzt, gewinnt Zeit für wertschöpfende Aufgaben. In dieser Phase werden viele Unternehmen erkennen, dass langsame Entscheidungswege und fragmentierte IT-Landschaften nicht nur ineffizient sind, sondern direkt Umsatz kosten. CIOs und CTOs rücken dadurch näher an die Unternehmensstrategie. Ihre Leistung wird nicht mehr nur technisch, sondern wirtschaftlich bewertet.

2030

Im Jahr 2030 dürfte sich die Bewertung der IT deutlich professionalisieren. Investitionen werden stärker daran gemessen, welchen geschäftlichen Nutzen sie erzeugen. Nicht die Anzahl Projekte zählt, sondern deren Wirkung auf Kennzahlen wie Durchlaufzeiten, Kundenzufriedenheit, Fehlerquoten oder Ertragskraft. Das verändert die Prioritäten. Projekte ohne klaren Mehrwert verlieren an Bedeutung, Initiativen mit direktem Einfluss auf Wachstum, Skalierbarkeit oder operative Exzellenz gewinnen. Unternehmen werden beginnen, IT-Portfolios konsequenter zu steuern und Ressourcen auf strategische Hebel zu konzentrieren. Erfolgreiche CIOs sprechen dann nicht nur über Plattformen, Security oder Infrastruktur, sondern über Produktivität, Margen, Marktanteile und Kundenerlebnis. Genau dadurch wird IT zum sichtbaren Werttreiber.

2031 bis 2032

Zwischen 2031 und 2032 wird Künstliche Intelligenz in zahlreichen Unternehmen vom Pilotprojekt in den produktiven Alltag wechseln. Typische Einsatzfelder werden intelligente Automatisierung, Prognosemodelle, personalisierte Kundeninteraktionen, Risikobewertungen und Wissensmanagement sein. Mitarbeitende werden durch digitale Assistenten unterstützt, repetitive Aufgaben werden stärker automatisiert und Entscheidungen besser vorbereitet. Doch nicht jedes Unternehmen profitiert gleich stark. Der entscheidende Unterschied liegt in der Vorarbeit. Wer saubere Datenstrukturen, klare Prozesse und moderne Plattformen aufgebaut hat, kann KI skalieren. Wer diese Grundlagen vernachlässigt hat, bleibt in isolierten Einzelfällen stecken. Deshalb wird nicht KI allein der Werttreiber sein, sondern die Kombination aus Technologie, Governance und operativer Reife.

2033 bis 2034

Ab 2033 wird IT nicht mehr nur bestehende Prozesse verbessern, sondern zunehmend neue Ertragsquellen ermöglichen. Digitale Services, datenbasierte Zusatzangebote, Plattformmodelle und intelligente Ökosysteme werden in vielen Branchen an Bedeutung gewinnen. Banken könnten personalisierte Finanzservices in Echtzeit anbieten, Versicherer Schäden proaktiver steuern und Industrieunternehmen nicht mehr nur Produkte verkaufen, sondern Verfügbarkeit, Performance oder datenbasierte Zusatzleistungen. Im Handel entstehen individuellere Kundenerlebnisse über alle Kanäle hinweg. In dieser Phase zeigt sich, welche Unternehmen Technologie strategisch verstanden haben. Wer IT früh als Investition betrachtet hat, kann neue Märkte erschliessen. Wer sie nur verwaltet hat, reagiert verspätet. Der Wettbewerbsvorteil entsteht dann nicht durch einzelne Tools, sondern durch die Fähigkeit, digitale Möglichkeiten schneller in Geschäftsmodelle zu übersetzen.

2035

Im Jahr 2035 wird die Trennung zwischen Business und IT in vielen erfolgreichen Unternehmen deutlich kleiner sein. Technologie wird nicht mehr als separater Bereich wahrgenommen, sondern als integrierter Bestandteil jeder Wertschöpfungskette. Finance arbeitet datengetrieben, Vertrieb nutzt intelligente Systeme in Echtzeit, HR steuert Talente präziser und Operations laufen automatisierter sowie resilienter. Kundenservices werden schneller, personalisierter und proaktiver. Der entscheidende Unterschied zwischen Marktführern und Nachzüglern wird häufig auf eine Frage reduziert werden können: Hat das Unternehmen IT rechtzeitig als Werttreiber verstanden? Die Jahre 2027 bis 2035 werden damit keine gewöhnliche Fortschreibung bestehender Trends sein, sondern eine Phase, in der Technologie stärker über wirtschaftlichen Erfolg entscheidet als je zuvor.